Langfristig lässt sich mit grünen Investitionen sparen

Süddeutsche Zeitung v. 17.12.2009

LEASING - Eine Sonderseite der Süddeutschen Zeitung

Interview

„Langfristig lässt sich mit grünen Investitionen sparen“
Peter Köhler von Comprendium über einen grünen Ansatz bei IT-Lösungen für Unternehmen

Peter Köhler, 43, ist Mitglied der Geschäftsleitung bei Comprendium, einem Anbieter im Bereich Finanzierung für IT-Lösungen. Seit neuestem hat die Firma auch spezielle Leasing-Modelle im Angebot, die auf eine optimale ökologische Ausrichtung Wert legen.

SZ: Was genau bieten Sie an?

Köhler: Unser Angebot Green Finance basiert auf einem Re-Invest Modell, dass wir bereits seit mehr als zehn Jahren anbieten. Wenn es um IT-Lösungen von Unternehmen geht, wollen wir weg von der Einzelbetrachtung und hin zu einer ganzheitlichen Portfoliobetrachtung. Das ist nämlich entscheidend, um bei Neu,- Ersatz und auch Erweiterungsinvestitionen flexibel zu bleiben.

SZ: Warum?

Köhler: Weil es normalerweise so ist, dass der Kunde aus budget- oder bilanztechischen Gründen entscheiden kann. Das ist aber nach Umweltaspekten nicht immer richtig. Deshalb wollen wir mit unserem Finanzierungsmodell den Kunden so aufstellen, dass er nach technologischen Gesichtspunkten entscheiden kann. Das ist viel sinnvoller.

SZ: Wie funktioniert das Modell?

Köhler: Bei einem Standard-Leasingvertrag müssen Kunden oft innerhalb fester Vertragslaufzeiten agieren, sonst wird es teuer. Von diesem Ansatz gehen wir weg, hin zu einem Modell, dass flexibel auf technologische Neuerungen reagieren kann. Wir legen zusammen ein Budget fest, das wir nach ökologisch sinnvollen Kriterien einsetzen. Erst kann der Kunde beispielsweise neue Server anschaffen, um den CO2-Ausstoß zu verringern und weniger effektive Hardware-Anschaffungen noch zurückstellen.

SZ: Wie teuer ist das?

Köhler: Das wird mit dem Kunden ausgehandelt, je Altersstruktur und Laufzeit des IT-Portfolios. Wir kaufen ihm zunächst seinen kompletten IT-Bestand ab, um danach dann das jährliche Investitionsbudget zusammen festzulegen. Die Kosten pro Arbeitsplatz können wir so konstant halten, es ergibt sich eine Flatrate.

SZ: Wie groß muss ein Unternehmen sein, damit sich dieser Ansatz lohnt?

Köhler: Die kritische Masse liegt bei etwa 500, danach geht es hoch bis zu 30 000 Computerarbeitsplätzen. Zumeist bewegen wir uns aber im vierstelligen Mittelstand.

SZ: Zahlt sich ein grüner Ansatz in der IT-Finanzierung wirklich aus?

Köhler: Ja, insbesondere wenn man etwas längere Bewertungszyklen zugrundelegt. Vor allem in der Gesamtbetrachtung, der Total Cost of Ownership, rechnen sich grüne Einsparungen. Umweltfreundlichere Geräte lassen sich beispielsweise besser weitervermarkten oder entsorgen.