Atmendes Leasing

FINANCE Jahrbuch Unternehmensfinanzierung 2009

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Das Leasing von Autos, Maschinen und IT ist heutzutage bereits eine Selbstverständlichkeit. Doch die weltweite Finanzkrise und die restriktive Kreditvergabe der Banken seit Basel II fordern Alternativen zur klassischen Hausbankfinanzierung und fördern somit die Kreativität der Finanzdienstleister. 

Standardleasingmodelle reichen schon längst nicht mehr aus, um die individuellen Bedürfnisse verschiedener Branchen und Unternehmensgrößen zu bedienen. Maximale Flexibilität in allen Investitionsentscheidungen und größtmögliche Gestaltungsspielräume sind notwendig, damit Unternehmen auch auf unvorhersehbare Investitionsbedürfnisse reagieren können.

Leasing hat sich dabei vor allem in der Finanzierung von IT- und Telekommunikationstechnologie etabliert, da die Infrastruktur einem kontinuierlichen Wechsel unterliegt und einem erhöhten Investitionsbedarf unterliegt. Inzwischen müssen Unternehmen ihre Investitionen in immer kürzeren Innovationszyklen durchführen und dabei gleichzeitig ökonomisch handeln. Aus den Bedürfnissen der Kunden heraus hat Comprendium eine flexible Finanzierungslösung entwickelt, die Unternehmen die Möglichkeit bietet, technologische Neuerungen flexibel und ohne großen Administrationsaufwand zu finanzieren. Ähnlich einem Kreditrahmen wird dabei ein maximales Finanzierungsvolumen vereinbart, welches flexibel ausgeschöpft werden kann. Ein aktueller Investitionsbedarf durch Technologiesprünge kann sofort integriert werden. Der Vorteil für Unternehmen ist die finanzplanerische Sicherheit, Liquidität und Flexibilität.

Maximale Gestaltungsspielräume

Durch die Definition einer durchschnittlichen Nutzungsdauer der unterschiedlichen Asset-Typen können dabei alle Investitionen in einem Vertrag zusammengefasst werden. Ungeplante Abschlagszahlungen oder Verlängerungsraten durch eine nicht fristgerechte Rückgabe der jeweiligen Vermögensgegenstände können somit vermieden werden. Je nach Investitionsbedarf und durchschnittlicher Nutzungsdauer werden mit den Unternehmen frei verfügbare Investitionsvolumen definiert, die während der gesamten Laufzeit für sämtliche Neu-, Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen genutzt werden können. Diese frei verfügbaren Investitionsvolumen können in sechs Monatszyklen auf die tatsächliche Finanz- und Investitionssituation flexibel angepasst werden. Je nach Bedarf kann dann nicht in Anspruch genommenes Volumen in zukünftige Perioden übertragen oder zur Reduzierung der Leasingrate herangezogen werden. Im Vergleich zu anderen Standardleasingmodellen besteht mit diesem sogenannten ReInvest-Modell die Möglichkeit, während der gesamten Vertragslaufzeit das Leasingbudget und die Leasingraten selbst zu steuern.

Dabei geht es beim IT-Leasing längst über die reine Finanzierung hinaus. Gefragt sind Full-Service-Angebote, bei denen den Kunden nicht nur die Nutzung eines Objektes ohne Eigenmitteleinsatz ermöglicht wird, sondern bei denen von der Beschaffung über Services während der Nutzung bis zur Verwertung ein „Rundum-Sorglos-Paket“ angeboten wird. Frei wählbare Servicemodule können mittels eines webbasierten Order-, Portfolio- und Rollbackmanagement in den gesamten IT-Life-Cycle mit einbezogen werden und trägt damit zu einer deutlichen Reduzierung der TCO (Total Cost of Ownership) bei.

Inzwischen hat sich Leasing branchenübergreifend in den unterschiedlichsten Assetklassen durchgesetzt. Außergewöhnliche Objekte wie Flaschen in der Getränkeindustrie oder gar die Kapitalisierung von geistigem Eigentum werden immer attraktiver für Mittelständler und auch Großunternehmen. Leasing ist dabei kein letzter Rettungsanker für in finanzielle Not geratene Unternehmen, sondern vielmehr ein Instrument einer modernen Unternehmensfinanzierung.

Leasing für alle Assetklassen

So dienen in der Getränke- und Brauindustrie verschiedenste Güter wie z. B. Abfüller oder CIP-Anlagen als Leasingobjekt. Klassischerweise ist Leasing eine Möglichkeit zur Investitions- und Anlagenfinanzierung z. B. einer neuen Pallettier- und Abfüllanlage oder eines Etikettierers. Die Investition kann hierbei über die Laufzeit aufgeteilt werden, die Anlage aber sofort in Betrieb gehen, sodass der Ausstoß gewährleistet wird. „Pay as you earn“ nennt die Branche dieses Prinzip und meint die Unabhängigkeit der technischen von der wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Dass die Getränke- und auch Lebensmittelindustrie diesem flexiblen Finanzierungskonzept offen gegenüber steht, zeigen Beispiele aus „Top 5“ Unternehmen der deutschen Brauereinen. Hierbei werden Kästen und Flaschen über das modulare Leasingmodell finanziert, da es ständig zum Austausch der Objekte kommt und diese immer wieder in den bestehenden Vertrag miteinbezogen werden können.

Ein erhöhter Liquiditätsbedarf hat den Markt auch für eine weitere innovative Finanzierungslösung geöffnet, wie dem Marken- und Patentleasing. Immaterielle Wirtschaftsgüter wie Marken und Patente machen heute bereits mehr als 50 Prozent eines Unternehmenswertes aus und gelten inzwischen als wichtigster Wertfaktor innovativer Unternehmen. Doch wissen viele Unternehmen oftmals selbst gar nicht, welche Werte sie eigentlich in ihrem Besitz haben. Dabei liegen die Vorteile klar auf der Hand: Liquiditätssteigerung, Hebung von stillen Reserven und eine geringere Kapitalbindung. Durch die Refinanzierung über ein spezielles Asset-backed Commercial Papers Programm (ABCP) direkt am Kapitalmarkt können zudem die Kreditlinien bei Banken geschont werden, was gerade im Hinblick auf Basel II ein interessanter Ansatzpunkt ist. Die Kapitalisierung von immateriellen Vermögensgegenständen wird zukünftig eine immer größere Rolle in der Wachstumsfinanzierung spielen.

Gerade in Zeiten starken Wachstums eignet sich eine Finanzierung über flexible und kreative Finanzierungslösungen besonders, da strategische Projekte, Expansionen und Akquisitionen durch den Liquiditätszufluss vorangetrieben werden können. Die Palette an finanzierbaren Assets reicht dabei von ITK, Anlagen und Maschinen bis hin zur Finanzierung von Marken und Patenten. Anders als bei der klassischen Hausbankfinanzierung können alternative Finanzierungslösungen banken- und herstellerunabhängig Unternehmen zu neuem finanziellen Spielraum und somit zu mehr Flexibilität und erhöhter Bonität verhelfen.